OskarMaria lebt und arbeitet in Frankfurt - hier mit Sohnemann. Wenn freie Zeit fürs Internet bleibt, dann gibt es hier neue Beiträge. Lieblingszitat: "Von den Dreien, Staat, Regierung und Ich - bin ich der stärkste. Das merkt euch!" (Ret Marut aka B. Traven im Ziegelbrenner)
Nachtrag: OskarMaria das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. "Verbrennt mich!" schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, "nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!" Schließlich floh er in die USA - dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York. Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
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Mit anderen Ohren: Jazz hören
Geschrieben von: juke_box
Montag, den 28. Oktober 2002 um 11:06 Uhr
Der Jazz hat es nicht leicht in diesen bequemen Zeiten. Die Menschen haben sich immer mehr daran gewöhnt, alles schnell und problemlos zu bekommen ( ich erwähne hier absichtlich nicht Soulseek oder andere Sharingtools ). Es gibt Fast-Food-Restaurants, Auto-Inspektionen in zehn Minuten, und die Bilder vom letzten Sommerurlaub sind in eine Stunde fertig.rnAuch bei der Musik möchten sich die Menschen nicht allzusehr anstrengen, sie halten sich an das, was im Radio gespielt wird. Leider ist es so, dass dort nur noch Musik für das breite Publikum läuft. Einfache Melodien, hämmernder Beat und sinnlose Texte sind schon beinah ein Garant für einen Hit.
Dabei gibt es viel ansprechendere Musikformen, und Jazz ist eine davon. Wenn man noch nicht viel Jazz gehört hat, scheint die Musik kompliziert zu sein und emotional nicht ansprechend. Ich selbst z.B. konnte mit Miles Davis zuerst gar nichts anfangen, damals war nämlich Acid Rock und Woodstock angesagt. Die Herkunft des Begriffs " Jazz " ist ziemlich nebulös ( was für ein Wort ), und es gibt eine Menge Theorien dazu. Das ursprüngliche Wort " jass " kommt aus den Bars und Bordellen, wo der Jazz entstand, z.B. im berüchtigten Rotlichtbezirk Storyville in New Orleans.
Vielleicht haben auch die Afroamerikaner den Begriff in den Gründungsjahren des Jazz geprägt, um ihre Musik zu beschreiben. " Jazz " wurde da als Verb benutzt. Ein Musiker mag " Jazz it up " gesagt haben, wenn er die Band antreiben wollte. In der damaligen Literatur finden sich die Schreibweisen " jasc - jascz - jas - jass - jaz " und eben " jazz". Es könnte aber auch sein, das dass Wort seine Bedeutung aus seinem Klang bezieht oder seinen Klang aus seiner Bedeutung. So gesehen, könnte " jazz " schlagen oder stossen bedeuten oder als Nomen einen schnellen Schlag oder Hieb. Eine Sache allerdings ist sicher: Es werden sich keine zwei Leute finden, egal ob Historiker, Musiker oder Fans, die einer Meinung über die Herkunft des Wortes sind. Obwohl Jazz heute von Musikern jeder Hautfarbe gespielt wird und Bestandteile der unterschiedlichsten Musikformen enthält, ist es doch im wesentlichen afroamerikanische Musik. Untrennbar ist die Geschichte des Jazz mit der Geschichte der Schwarzen in Amerika verbunden.
Jetzt kann man sich auch bei Amazon mit mp3-Musik eindecken. Die Titel sind mit 256 kBit/s kodiert, angeblich hält das Internet-Versandhaus über fünf Millionen Stücke vorrätig. Will man einzelne Titel herunterladen, dann geht das ohne extra Software. Doch für ganze Alben muss man den Amazon-Downloader installieren. Auch hier wird der Verbraucher wieder unnötig gegängelt. Angeblich gäbe es im Moment 2000 Alben zum Einführungs-Sonderpreis für unter fünf Euro, doch im Gegensatz zu Saturn konnte der Autor keine finden, die seinem Musikgeschmack entsprechen. Selbst olle Kamellen sind deutlich teurer. Keine Ahnung wie sich die mp3-Preisgestaltung im Einzelnen gestaltet: Fast 10 Euro für ein Album, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sind ein deutlich überhöhter Preis. Da die Distribution via Internet fast nichts kostet, wird die Beute wahrscheinlich hauptsächlich zwischen Händler und Plattenfirma verteilt. Es wäre interessant zu wissen, wie viel davon bei den beteiligten Künstlern ankommt. Der Lernprozess im Musikbusiness scheint noch nicht abgeschlossen. OskarMaria, 01.04.2009
Kostprobe auf neues Album
Lhasa de Sela, musikalische Grenzgängerin zwischen Mexiko und Kanada, arbeitet an einem neuen Album. Das teilt zumindest ihre Webseite mit, die ansonsten aber kaum etwas inhaltlich zu bieten hat. Das Album soll am 21. April 2009 in Europa erscheinen, mehr Informationen dazu gibt es aber nicht. Als kleine Kostprobe wird allerdings eine Singleauskopplung angeboten, die musikalisch gesehen, Altbekanntes von der Sängerin bietet, die wir aber trotzdem unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:
Oskarmaria, 24.03.2009
Musik vom Saturn
Im Internetshop der Kaufhauskette Saturn gibt es bis Ende März Sonderangebote. Alben können für fünf Euros als mp3 ganz ohne Kopierschutz und lästige Zwangssoftware heruntergeladen werden. Der Autor hat den Download-Laden gerade mal getestet. Tatsächlich finden sich auch seltene Titel im Angebot, die es als CDs nicht mehr gibt. Man muss sich registrieren, kann dann per Kreditkarte oder per Lastschrift bezahlen. Nach der Kasse bekommt man einen Link zum Download, den man bis zu drei Mal wiederholen kann. Beim Autor gab es Schwierigkeiten. Die ersten beiden Downloads blieben alle hängen, erst beim Dritten klappte es. Die Geschwindigkeit war allerdings dürftig - immer wieder stockte das Herunterladen und setzte sich erst nach längeren Pausen wieder fort. OskarMaria, 13. März 2009
Fabchannel zieht den Stecker! Gerade erreicht mich die Mitteilung, dass Fabchannel zum 13. März 2009 aufgibt und den Stecker zieht. Das ist schade, denn ich hatte mich als Autor sehr an das Angebot der Holländer gewöhnt und einige Beiträge auf den von Fabchannel mitgeschnittenen Konzerten im Amsterdamer Paradiso aufgebaut. Bitte nutzt die Zeit noch um die drei hervorragenden Konzerte von Calexico, Iron & Wine und Rodrigo y Gabriela Euch anzuhören. Alle drei sind es wert!
Die professionell mitgeschnittenen Konzerte von Fabchannel waren wohl den Musiklabels ein Dorn im Auge. Nach Angaben von Justin Kniest von Fabchannel, hätten immer mehr Labels die Veröffentlichung verboten. So dass für Fabchannel kaum noch interessante Mitschnitte übrig blieben. Doch der Autor vernutet, dass es sicher auch andere kommerzielle Hintergründe gibt, denn Fabchannel lag kein stimmiges Geschäftsmodell zugrunde und hatte wohl auch keinen potenten Investor im Hintergrund. OskarMaria, 06.03.2009