OskarMaria lebt und arbeitet in Frankfurt - hier mit Sohnemann. Wenn freie Zeit fürs Internet bleibt, dann gibt es hier neue Beiträge. Lieblingszitat: "Von den Dreien, Staat, Regierung und Ich - bin ich der stärkste. Das merkt euch!" (Ret Marut aka B. Traven im Ziegelbrenner)
Nachtrag: OskarMaria das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. "Verbrennt mich!" schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, "nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!" Schließlich floh er in die USA - dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York. Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
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Django Reinhardt & Stephan Grappelli
Geschrieben von: juke_box
Donnerstag, den 07. November 2002 um 11:06 Uhr
Außerhalb der USA faßte der Jazz vor allem in Frankreich Fuß. Hier war man dank der Nightclub- und Cabaret-Tradition, sowie einer gewissen Rassentoleranz, der frechen neuen Musik gegenüber viel aufgeschlossener als etwa im engstirnigen Großbritannien. Eine Gruppe von Jazzfans gründete 1932 unter dem Vorsitz des Schriftstellers und Kritiker Hugues Panassie Europas ersten Jazzclub, den Hot Club de France. Zu Anfang redete man nur und hörte Schallplatten, doch 1934 gründete der Club sein eigenes Jazzquintett. Einer der drei Gitarristen war Django Reinhardt (1910 - 1953 ), der Violinist war Stephan Grappelli ( 1908 -1997).
Der klassisch ausgebildete Grappelli kam aus der Pariser Mittelschicht. Reinhardt war ein belgischer Zigeuner und Autodidakt. Grappelli war weltgewand und umgänglich. Reinhardt schwierig, undiszipliniert, unberechenbar, aber auch ein innovatives Genie. Sein Stil konnte schrecklich sentimental sein, doch in seinen besten Zeiten war er ein überwältigender Musiker und Komponist mit hervorragender Technik, obwohl er seit seinem 18. Lebendsjahr nach einem Wohnwagenbrand eine verkrüppelte Hand hatte.
Zu einer Zeit als jeder die Big Bands hören wollte, war ausgerechnet das Quintette du Hot Club de France angetrieben durch die Spannung zwischen den beiden Hauptsolisten ein großer Erfolg. Die beste Musik machte das Quintett in den 30er Jahren, dann sollte der Kriegsausbruch 1939 die ursprünglichen Mitglieder auseinanderreißen. Grappelli blieb im Exil in London, Reinhard und die anderen Musiker traten im besetzten Europa auf.
Nach dem Krieg stellte Reinhardt das Quintett neu zusammen, versuchte sich dem Bop anzunähern und begann, elektrische Gitarre zu spielen, aber seinen alten Sound konnte er nicht wieder erreichen. Grappelli wurde in den 60er wiederentdeckt und spielte mit allen "Größen" von Jean -Luc Ponti mit seiner elektrischen Violine bis zu Yehudi Menuhin, was beiden wohl kaum geschadet hat. Mit den Jahren wurde Grappelli immer besser, löste sich von seinem klassischen Hintergrund und gelangte zu einem gefühlvollem Ausdruck.
Jetzt kann man sich auch bei Amazon mit mp3-Musik eindecken. Die Titel sind mit 256 kBit/s kodiert, angeblich hält das Internet-Versandhaus über fünf Millionen Stücke vorrätig. Will man einzelne Titel herunterladen, dann geht das ohne extra Software. Doch für ganze Alben muss man den Amazon-Downloader installieren. Auch hier wird der Verbraucher wieder unnötig gegängelt. Angeblich gäbe es im Moment 2000 Alben zum Einführungs-Sonderpreis für unter fünf Euro, doch im Gegensatz zu Saturn konnte der Autor keine finden, die seinem Musikgeschmack entsprechen. Selbst olle Kamellen sind deutlich teurer. Keine Ahnung wie sich die mp3-Preisgestaltung im Einzelnen gestaltet: Fast 10 Euro für ein Album, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sind ein deutlich überhöhter Preis. Da die Distribution via Internet fast nichts kostet, wird die Beute wahrscheinlich hauptsächlich zwischen Händler und Plattenfirma verteilt. Es wäre interessant zu wissen, wie viel davon bei den beteiligten Künstlern ankommt. Der Lernprozess im Musikbusiness scheint noch nicht abgeschlossen. OskarMaria, 01.04.2009
Kostprobe auf neues Album
Lhasa de Sela, musikalische Grenzgängerin zwischen Mexiko und Kanada, arbeitet an einem neuen Album. Das teilt zumindest ihre Webseite mit, die ansonsten aber kaum etwas inhaltlich zu bieten hat. Das Album soll am 21. April 2009 in Europa erscheinen, mehr Informationen dazu gibt es aber nicht. Als kleine Kostprobe wird allerdings eine Singleauskopplung angeboten, die musikalisch gesehen, Altbekanntes von der Sängerin bietet, die wir aber trotzdem unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:
Oskarmaria, 24.03.2009
Musik vom Saturn
Im Internetshop der Kaufhauskette Saturn gibt es bis Ende März Sonderangebote. Alben können für fünf Euros als mp3 ganz ohne Kopierschutz und lästige Zwangssoftware heruntergeladen werden. Der Autor hat den Download-Laden gerade mal getestet. Tatsächlich finden sich auch seltene Titel im Angebot, die es als CDs nicht mehr gibt. Man muss sich registrieren, kann dann per Kreditkarte oder per Lastschrift bezahlen. Nach der Kasse bekommt man einen Link zum Download, den man bis zu drei Mal wiederholen kann. Beim Autor gab es Schwierigkeiten. Die ersten beiden Downloads blieben alle hängen, erst beim Dritten klappte es. Die Geschwindigkeit war allerdings dürftig - immer wieder stockte das Herunterladen und setzte sich erst nach längeren Pausen wieder fort. OskarMaria, 13. März 2009
Fabchannel zieht den Stecker! Gerade erreicht mich die Mitteilung, dass Fabchannel zum 13. März 2009 aufgibt und den Stecker zieht. Das ist schade, denn ich hatte mich als Autor sehr an das Angebot der Holländer gewöhnt und einige Beiträge auf den von Fabchannel mitgeschnittenen Konzerten im Amsterdamer Paradiso aufgebaut. Bitte nutzt die Zeit noch um die drei hervorragenden Konzerte von Calexico, Iron & Wine und Rodrigo y Gabriela Euch anzuhören. Alle drei sind es wert!
Die professionell mitgeschnittenen Konzerte von Fabchannel waren wohl den Musiklabels ein Dorn im Auge. Nach Angaben von Justin Kniest von Fabchannel, hätten immer mehr Labels die Veröffentlichung verboten. So dass für Fabchannel kaum noch interessante Mitschnitte übrig blieben. Doch der Autor vernutet, dass es sicher auch andere kommerzielle Hintergründe gibt, denn Fabchannel lag kein stimmiges Geschäftsmodell zugrunde und hatte wohl auch keinen potenten Investor im Hintergrund. OskarMaria, 06.03.2009