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StartSeite MusikThemen Jazz John Coltrane - My Favorite Things Freundeskreis guter Musik21.05.2012
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OskarMaria lebt und arbeitet in Frankfurt - hier mit Sohnemann. Wenn freie Zeit fürs Internet bleibt, dann gibt es hier neue Beiträge. Lieblingszitat: "Von den Dreien, Staat, Regierung und Ich - bin ich der stärkste. Das merkt euch!" (Ret Marut aka B. Traven im Ziegelbrenner)


Nachtrag: OskarMaria das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. "Verbrennt mich!" schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, "nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!" Schließlich floh er in die USA - dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.

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John Coltrane - My Favorite Things Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hotho   
Sonntag, den 10. November 2002 um 11:06 Uhr

John_Coltrane-2Ende der fünfziger Jahre bewegte sich das Repertoire der Jazzgrößen auf einem Niveau, das vor allem bezüglich des harmonischen Grundgesrüsts kaum noch Spielraum aufwies. Mit immer komplizierteren Harmoniefolgen forderten sie ihr improvisatorisches Talent und ihren musikalischen Intellekt heraus. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Coltrane-Komposition "Giant Steps", aufgenommen 1959, die auf dermaßen vertrackten Harmoniefolgen basiert, dass selbst erfahrene Musiker kaum in der Lage sind, halbwegs passabel darüber zu improvisieren. (Zeichnung: furibond)

In dieser Situation kommt Coltrane mit Miles Davis ersten Schritten in Richtung modaler Improvisation in Kontakt. Coltrane gehört zu der phantastisch besetzten Band, mit der Miles Davis im Frühjahr 1959 das legendäre Album "Kind of Blue" aufnimmt. In Klassikern wie "So What" oder "All Blues" testen die Musiker erstmals das modale Konzept, das mit sehr wenigen Harmoniewechseln auskommt und sich stattdessen auf Skalen (Tonleitern) konzentriert.

Die Bedeutung, die "Kind of Blue" zukommt, wird nicht zuletzt durch die jüngste Veröffentlichung gleich zweier Bücher unterstrichen, die sich ausschließlich mit der Entstehungsgeschichte des Albums beschäftigen. Was auf den ersten Blick wie ein musikalischer Rückschritt aussieht, ermöglicht den Musikern in Wirklichkeit eine wesentlich größere Freiheit. Vom engen Korsett der "funktionsharmonischen" Grundlage befreit, gelingt ihnen eine größe Konzentration auf die melodiösen Aspekte des Spiels. Dass diese neue Stilistik nicht weniger intellektuell anspruchsvoll ist als die Improvisation über ständig wechselnde Harmonien, hat nicht zuletzt John Coltrane mit seinen Aufnahmen in den frühen sechziger Jahren gezeigt. Er hat nicht nur arabische, indische oder spanische Elemente in sein Spiel integriert, sondern auch das Erbe der klassischen Avantgarde für den Jazz entdeckt.

Musikwissenschaftler haben in Coltranes Musik zahlreiche Parallelen zu Bela Bartoks komplexen Harmoniewelten oder Arnold Schönbergs Zwölftonmusik aufgewiesen. Zum weithin gehörten Fanal für Coltranes neuen Stil wird die 1960 aufgenommene Platte "My Favorite Things". Auf dem gleichnamigen Titelstück setzt er nicht nur zum ersten Mal ein Sopran-Saxophon ein, sondern zeigt auch auf beeindruckende Weise die Möglichkeiten der modalen Improvisation auf. Mit "My Favorite Things" erobert sich Coltrane schlagartig den Jazz-Thron. Und er wird ihn bis zu seinem Tod 1967 nicht mehr abgeben.

Mit weiteren bahnbrechenden Veröffentlichungen wie "Impressions" und seiner vielleicht wichtigsten Platte, "A Love Supreme", beeinflusst er eine ganze Generation junger, experimentierfreudiger Musiker, die - vom Zeitgeist mitgetragen - bis zum Ende des Jahrzehnts sämtliche Konventionen des Jazz hinter sich gelassen haben werden.

Auch wenn Coltrane den Weg zum Free Jazz nicht bis zum Ende mitgegangen ist, so gilt er doch zurecht als sein wichtigster Vorbereiter. Coltranes direkter Einfluss auf die Entwicklung des Jazz geht jedoch über die kurze Blüte des "New Thing" oder Free Jazz Ende der sechziger Jahre hinaus. Zahlreiche Musiker, die zu Beginn der siebziger Jahre den Stilwechsel zum Jazz-Rock vollziehen, beziehen sich ebenfalls direkt oder indirekt auf die Coltraneschen Wurzeln. Wiederum vom Zeitgeist beeinflusst, begeben sich nicht wenige auch auf eine Suche nach Spiritualität - und nachvollziehen damit eine Entwicklung, die Coltrane schon 1957 vorgemacht hatte und die schließlich (auf "A Love Supreme") zu einer engen Verquickung von Glaube und Musik führte.

Die musikalischen Entwicklungen eines Devadip Carlos Santana oder eines Mahavishnu Orchestra wären ohne das Vorbild John Coltranes nicht denkbar. Und so ist es nur konsequent, dass sich zahlreiche Musiker bis heute in gläubiger Hingabe auf ihren "Saint John Coltrane" beziehen. "My Favorite Things" ist eigentlich immer noch meine LieblingsCD von John Coltrane. Besonders ist die Scheibe an lauen Sommerabenden zu empfehlen.

 
 
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KurzNews
Musik vom Amazon

Jetzt kann man sich auch bei Amazon mit mp3-Musik eindecken. Die Titel sind mit 256 kBit/s kodiert, angeblich hält das Internet-Versandhaus über fünf Millionen Stücke vorrätig. Will man einzelne Titel herunterladen, dann geht das ohne extra Software. Doch für ganze Alben muss man den Amazon-Downloader installieren. Auch hier wird der Verbraucher wieder unnötig gegängelt.
Angeblich gäbe es im Moment 2000 Alben zum Einführungs-Sonderpreis für unter fünf Euro, doch im Gegensatz zu Saturn konnte der Autor keine finden, die seinem Musikgeschmack entsprechen. Selbst olle Kamellen sind deutlich teurer.
Keine Ahnung wie sich die mp3-Preisgestaltung im Einzelnen gestaltet: Fast 10 Euro für ein Album, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sind ein deutlich überhöhter Preis. Da die Distribution via Internet fast nichts kostet, wird die Beute wahrscheinlich hauptsächlich zwischen Händler und Plattenfirma verteilt. Es wäre interessant zu wissen, wie viel davon bei den beteiligten Künstlern ankommt.
Der Lernprozess im Musikbusiness scheint noch nicht abgeschlossen.
OskarMaria, 01.04.2009


Kostprobe auf neues Album

Lhasa de Sela, musikalische Grenzgängerin zwischen Mexiko und Kanada, arbeitet an einem neuen Album. Das teilt zumindest ihre Webseite mit, die ansonsten aber kaum etwas inhaltlich zu bieten hat. Das Album soll am 21. April 2009 in Europa erscheinen, mehr Informationen dazu gibt es aber nicht. Als kleine Kostprobe wird allerdings eine Singleauskopplung angeboten, die musikalisch gesehen, Altbekanntes von der Sängerin bietet, die wir aber trotzdem unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:


Oskarmaria, 24.03.2009


Musik vom Saturn

Im Internetshop der Kaufhauskette Saturn gibt es bis Ende März Sonderangebote. Alben können für fünf Euros als mp3 ganz ohne Kopierschutz und lästige Zwangssoftware heruntergeladen werden. Der Autor hat den Download-Laden gerade mal getestet. Tatsächlich finden sich auch seltene Titel im Angebot, die es als CDs nicht mehr gibt. Man muss sich registrieren, kann dann per Kreditkarte oder per Lastschrift bezahlen. Nach der Kasse bekommt man einen Link zum Download, den man bis zu drei Mal wiederholen kann. Beim Autor gab es Schwierigkeiten. Die ersten beiden Downloads blieben alle hängen, erst beim Dritten klappte es. Die Geschwindigkeit war allerdings dürftig - immer wieder stockte das Herunterladen und setzte sich erst nach längeren Pausen wieder fort.
OskarMaria, 13. März 2009


Fabchannel zieht den Stecker!
Gerade erreicht mich die Mitteilung, dass Fabchannel zum 13. März 2009 aufgibt und den Stecker zieht. Das ist schade, denn ich hatte mich als Autor sehr an das Angebot der Holländer gewöhnt und einige Beiträge auf den von Fabchannel mitgeschnittenen Konzerten im Amsterdamer Paradiso aufgebaut. Bitte nutzt die Zeit noch um die drei hervorragenden Konzerte von Calexico, Iron & Wine und Rodrigo y Gabriela Euch anzuhören. Alle drei sind es wert!

Die professionell mitgeschnittenen Konzerte von Fabchannel waren wohl den Musiklabels ein Dorn im Auge. Nach Angaben von Justin Kniest von Fabchannel, hätten immer mehr Labels die Veröffentlichung verboten. So dass für Fabchannel kaum noch interessante Mitschnitte übrig blieben. Doch der Autor vernutet, dass es sicher auch andere kommerzielle Hintergründe gibt, denn Fabchannel lag kein stimmiges Geschäftsmodell zugrunde und hatte wohl auch keinen potenten Investor im Hintergrund.
OskarMaria,
06.03.2009


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